Archiv der Kategorie: Rezepte

Papakekse

Mein Mann liebte es, wenn an den Wochenenden – und manchmal auch unter der Woche – der Duft von frisch gebackenem Kuchen durch das Pfarrhaus zog. Besonders, wenn er an seiner Predigt arbeitete, waren

Zucker-, Butter- oder Zwetschgenkuchen nebst einem Gläschen Cognac für ihn notwendige Beigaben. Musste er besonders intensiv über einem Predigttext grübeln, kam es schon einmal vor, dass für den sonntäglichen Kaffeetisch nichts mehr übrig und eine erneute Backrunde erforderlich war. Papakekse weiterlesen

Dickes Wasser

Xitomatl, Nabel des dicken Wassers, oder kurz Tomatl, dickes Wasser, nannten die Azteken die leuchtend roten Beeren der krautigen Pflanze aus der Gattung der Nachtschattengewächse. Und damit haben sie sich auf breiter Ebene sprachlich durchgesetzt. Wir nennen sie Tomaten, die Engländer sagen tomatoes, die Franzosen tomates, die Albanier domate, die Türken domates, Dänen, Schweden und Norweger sagen tomater. Protugiesen und Spanier nennen sie tomates. Die Österreicher bevorzugen einen poetischer klingenden Namen: Paradeiser. Ebenso die Italiener, deren pomodoro übersetzt Liebes- oder Goldapfel bedeutet. Dickes Wasser weiterlesen

Hochprozentige Früchtchen

Mit der Erdbeerzeit fängt allmählich der Sommer an. Wer will da schon an das nächste Weihnachten denken? Doch gemach, gemach. Niemand verlangt, dass Sie schon jetzt ihre Geschenkeliste für das Fest der Liebe abarbeiten. Doch wenn Sie sich die kalten Monate vom nächsten Dezember bis Anfang März mit einer besonderen Köstlichkeit versüßen möchten, dann wird es jetzt höchste Zeit. Die Erdbeeren sind reif. Das ist das alljährliche Startsignal für den Rumtopf. Hochprozentige Früchtchen weiterlesen

Bunte Ostereier

Bunt gefärbte Eier haben eine lange Tradition. Bei Ausgrabungen in Südafrika wurden 60.000 Jahre alte dekorierte Straußeneier gefunden. Sumerer und Ägypter verwendeten verzierte Straußeneier als Grabbeigabe. Bereits in vorchristlicher Zeit wurden rot gefärbte Eier der Frühjahrsgöttin Ostara als Fruchtbarkeitssymbole geopfert. Etwa ab dem 13. Jahrhundert fanden sie in Deutschland als christliches Symbol der Auferstehung Eingang in kirchliche Rituale. Spätestens seit dem 16.Jahrhundert wurden sie für die Ostereiersuche in Gras und Gebüschen versteckt. Die Frage, wer sie dort versteckt, wurde je nach Region unterschiedlich beantwortet. In der Schweiz war es der Kuckuck, im Westfälischen der Osterfuchs, in Thüringen der Storch und in Böhmen der Hahn. Letztlich hat sich der Osterhase gegen diese geballte Konkurrenz durchsetzen können.1682 enttarnte der Mediziner Georg Franck von Franckenau die Frage nach der Herkunft als eine Fabel, „die man Simpeln und Kindern“ zur Freude und Belustigung der Erwachsenen aufbinde. Den Osterhasen und seine Anhänger hat es nicht gestört. In jungen Familien ist das Färben und anschließende Suchen der bunten Eier noch immer untrennbar mit dem Osterfest verbunden. Bunte Ostereier weiterlesen

Die Geburt eines Leckerbissens: Amaretto-Zipfel

Dazu braucht es die Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände. Man komme am späten Abend nach Hause und sinke in den Fernseh-Sessel. Dann fällt einem siedend heiß ein, das man doch am nächsten Tag etwas Kulinarisches zum Buffet einer Weihnachtsfeier beisteuern wollteamarettozipfel. Na dann aber hurtig. Ab in die Küche und einen Teig aus geriebenen Mandeln, Rohrzucker, Butter, einem Ei, einem Teelöffel Backpulver und etwas Vanillezucker angerührt und in eine leicht gefettete Springform gefüllt. Perfekt? Perfekt! Ab in den Backofen und die Temperatur unbedingt zu hoch einstellen. Die Geburt eines Leckerbissens: Amaretto-Zipfel weiterlesen

Nostalgischer Weihnachtsteller

Ab September füllen sich die Supermarktregale schlagartig mit Weihnachtsleckereien. Wir fragen uns, wer zu diesen spätsommerlichen Temperaturen eigentlich schon Pfefferkuchen essen will. Dabei ist es noch gar nicht solange her, dass im September noch nicht an Weihnachten gedacht wurde. Weihnachtskekse gab es früher erst um den 1. Advent herum zu kaufen. Und es ist auch noch gar nicht solange her, dass man Weihnachtskekse kauft. Sie wurden selbst gebacken. Nostalgischer Weihnachtsteller weiterlesen

Kohl für „Krauts“

Weiß-, Wirsing-, Grün- und Rosenkohl sind unsere typischen Wintergemüse. Wer saisonal essen möchte, kommt in den kalten Monaten an diesen Köstlichkeiten nicht vorbei. Für unsere opulenten Kohl-Essen werden wir im Ausland gerne als Krauts belästert. Macht nix. Nehmen wir es hin und lassen es uns weiter schmecken. Denn Kohl hat vieles zu bieten. Vitamin C zum Beispiel. Mit Fässern voller Sauerkraut haben sich die Seefahrer in früheren Jahrhunderten auf ihren monatelangen Fahrten wirkungsvoll vor Skorbut geschützt. Auch der Gehalt an anderen Nähstoffen wie Calcium, Kalium, Eisen und Vitamin A ist nicht zu verachten. Das gilt besonders für Grünkohl, den wir gerne in Verbindung mit Bauchspeck, Bregenwurst und Bier genießen. Kohl für „Krauts“ weiterlesen

Voll auf die Nuss

Im Gegensatz zu Mandeln und Haselnüssen spielten Walnüsse in meiner Küche bisher eine eher untergeordnete Rolle. Für viele Jahre allenfalls knack und happs direkt aus der Schüssel oder Tüte. Als die Kinder und Enkel noch kleiner waren, waren Walnüsse wichtiges Bastelutensil. Sie waren die Köpfe der Apfelmännchen oder wurden vorsichtig in zwei Hälften zerlegt. Daraus wurden kleine Schiffchen gebastelt, die mit brennenden Kerzenstummeln beladen in großen Wasserschüsseln in See stachen. Mit kleinen Schätzen oder beschriebenen Zettelchen befüllt und wieder zusammengeklebt wurden sie den Lieblingsverwandten zu Weihnachten als Glücksnüsse präsentiert.
Das änderte sich, als Tante Ruth aus dem Schwarzwald unbekannterweise und posthum in mein Leben trat. Voll auf die Nuss weiterlesen

Bärlauch- immer der Nase nach

Der Winter ist vorbei und mit den ersten Sonnenstrahlen erwacht bei vielen von uns der uralte Jagd- und Sammeltrieb. Wir wollen raus in die Natur, Sonne tanken und früh austreibendes Wildgemüse wie zum Beispiel den Bärlauch ernten. Denn den gibts jetzt in Laubwäldern und an Bachläufen. Bevor er ab April bis Mai blüht, sollen die jungen Blätter in unsere Töpfe. Bärlauch- immer der Nase nach weiterlesen