Dickes Wasser

Xitomatl, Nabel des dicken Wassers, oder kurz Tomatl, dickes Wasser, nannten die Azteken die leuchtend roten Beeren der krautigen Pflanze aus der Gattung der Nachtschattengewächse. Und damit haben sie sich auf breiter Ebene sprachlich durchgesetzt. Wir nennen sie Tomaten, die Engländer sagen tomatoes, die Franzosen tomates, die Albanier domate, die Türken domates, Dänen, Schweden und Norweger sagen tomater. Protugiesen und Spanier nennen sie tomates. Die Österreicher bevorzugen einen poetischer klingenden Namen: Paradeiser. Ebenso die Italiener, deren pomodoro übersetzt Liebes- oder Goldapfel bedeutet.

Das dicke Wasser wurde im 17. und 18. Jahrhundert in Europa vor allem als Zierpflanze geschätzt. Dass es auch lecker zu essen ist, haben als erste die Italiener erkannt. Ende des 18. Jahrhunderts waren Tomaten als Grundlage von Soßen, Suppen und Salaten auch auf unseren Tischen zu finden, zunächst im Süden und sehr viel später auch in den westlichen Bundesländern. Im Norden unseres Landes war man Neuem nicht ganz so schnell aufgeschlossen. Wahrscheinlich wartete man erst einmal ab, welche Erfahrungen die südlichen Nachbarn mit diesen roten Dingern machten. Spätestens 1950 hatte die Tomate auch die nördlichen Geschmäcker überzeugt. Und das ist gut so. Denn die Tomate ist die Grundlage vieler leckerer Rezepte. Allein schon optisch ist sie für jeden bunten Salat wie das Tira zum Misu. Aber sie kann noch viel mehr. Leckere Suppen zum Beispiel, oder die überirdisch schmeckende Bruschetta:

Tomatensuppe aus frischen Tomaten:

Vergessen Sie die fixen Tüten aus der industriellen Suppenherstellung. Eine Tomatensuppe aus frischen Tomaten ist schnell gemacht und geschmacklich nicht zu vergleichen mit dem fertigen Einheits-Einerlei aus Dosen und Tüten.

1 kg Tomaten, 1 Zwiebel, 750 g Gemüsebrühe, 20 g Butter, 1 EL Mehl, 1 Prise Zucker, etwas süße oder saure Sahne, Thymian, Pfeffer und (Tiefkühl-) Dill.

Die Zwiebel klein schneiden und in der Butter glasig anbraten. Mit Mehl über stäuben. Die kleingeschnittenen Tomaten dazu und kurz mit braten. Mit Gemüsebrühe ablöschen und die Gewürze dazugeben. Das Ganze etwa 10 bis 15 Minuten leise köcheln lassen. Zum Schluss die Sahne dazugeben und mit dem Handrührgerät zu einer cremigen Suppe vermixen. Der klein geschnittene Dill kommt als Krönung oben drauf.

Bruschetta:

Frische Tomaten auf knusprigem Ciabatta sind wie Italienurlaub unter warmer Sonne im Olivenhain mit ringsum duftenden Kräutern. Dazu werden die Tomaten enthäutet. Das geht am besten, wenn man sie kreuzweis einschneidet und kurz in kochendes Wasser hält. Danach lässt sich die Haut leicht abziehen. Anschließend die Tomaten vierteln, die Kerne entfernen und das Tomatenfleisch fein würfeln. Mit fein geschnittenen Schalotten und frischen (oder getrockneten) italienischen Kräutern, Basilikum, Olivenöl, Salz und Pfeffer vermengen und auf einer gerösteten Ciabatta- oder Weißbrotscheibe anrichten. Vielleicht ein Glas Rotwein dazu und…einfach nur genießen.

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