Hochprozentige Früchtchen

Mit der Erdbeerzeit fängt allmählich der Sommer an. Wer will da schon an das nächste Weihnachten denken? Doch gemach, gemach. Niemand verlangt, dass Sie schon jetzt ihre Geschenkeliste für das Fest der Liebe abarbeiten. Doch wenn Sie sich die kalten Monate vom nächsten Dezember bis Anfang März mit einer besonderen Köstlichkeit versüßen möchten, dann wird es jetzt höchste Zeit. Die Erdbeeren sind reif. Das ist das alljährliche Startsignal für den Rumtopf.

Seit Jahrhunderten wurde Obst durch Einlegen in Zucker und 54%igem Rum für viele Monate haltbar gemacht. Natürlich haben wir heute andere Möglichkeiten, Beeren für die Wintermonate zu konservieren, aber die sind allesamt nicht so köstlich wie der gute alte Rumtopf. Wenn er zum Ende des Jahres „reif“ ist, duftet er unnachahmlich nach süßen Früchten und ist pur genau so ein Genuss wie als als Basis von leckeren Süßspeisen.

Bis es dazu jedoch kommt, müssen wir jetzt Hand anlegen. Man nehme ein Gefäß, das mindestens fünf Liter fasst. Das können Steingut, Porzellan oder ein großes Glas sein. Wichtig ist, den Topf gründlich zu reinigen, am besten mit kochendem Wasser auszuspülen und gut trocknen zu lassen. Und dann kann es losgehen.

Als erstes kommen im Mai die Erdbeeren an die Reihe. Bis in den Oktober hinein folgen je nach Saison andere Früchte und dann heißt es abwarten. So um den ersten Advent ist der Rumtopf servierfertig. Gern im Verein mit Vanilleeis, Pudding oder Napfkuchen.

Aber der Reihe nach: 500 g reife, gut geputzte Erdbeeren ohne Druckstellen werden mit 500 g Zucker vermischt, in den Topf gegeben und mit soviel 54%igem Rum übergossen, dass die Früchte etwa zwei Zentimeter mit Rum bedeckt sind. Wer mag, legt eine Vanillestange dazu. Ein kleiner, umgedrehter Porzellanteller sorgt dafür, dass die Beeren nicht nach oben schwimmen. Den Topf mit Pergamentpapier oder Zellophanfolie luftdicht verschließen, zubinden und in den ersten 14 Tagen ab und zu mit einem sauberen Löffel sanft umrühren.

Weiter geht es im Juni mit 500 g entsteinten Süßkirschen, die – wie die Erdbeeren – zunächst mit 500 g Zucker vermischt werden. Wieder mit Rum auffüllen, Teller darauflegen und luftdicht verschließen. Die nächsten Obstlagen brauchen weniger Zucker, etwa die Hälfte der Fruchtmenge.

Den Süßkirschen folgen entsteinte und geviertelte Aprikosen und im Juli Pfirsiche, jeweils entsteint, geviertelt und ohne Haut. Auch Sauerkirschen ohne Stein haben jetzt Saison.

Ab August folgen entsteinte Pflaumen und Mirabellen, im September kernlose Weintrauben, die mit einem Zahnstocher gelöchert werden, um den Rum besser aufzunehmen. Im Oktober bilden die Birnen das Schlusslicht, geschält, entkernt und geviertelt. Sie vermissen Äpfel und Brombeeren? Die eignen sich nicht für den Rumtopf, sie werden hart. Und wenn Sie schließlich Ihren persönlichen Rumtopf im Dezember „anstechen“, dann hat sich die ganze Mühe mehr als gelohnt. Versprochen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*