Frische Kräuter auch im Winter?

Wer gerne kocht, kennt das Problem. Im Winter gibt es keine frischen Kräuter aus dem Garten oder vom Balkon. Menschen mit grünem Daumen könnten sie in Blumentöpfen am Küchenfenster wachsen lassen. Nur tun sie das dort außerhalb ihrer Vegetationsperiode auch nicht ohne weiteres und schon gar nicht für viele Wochen.

Also zu trockenen oder gefrorenen Kräutern greifen? Das ist wahrhaftig nicht dasselbe. Den Geschmack von frischen Kräutern bieten halt nur frische Kräuter. Gefrorene Petersilie geht in meiner Küche allenfalls als Deko für Salzkartoffeln oder in Suppen und Eintöpfen. Petersilie und Dill habe ich in größeren Mengen schon Ende des Sommers klein gehackt und in Marmeladengläsern eingefroren. Beides lässt sich zu gegebener Zeit in bedarfsgerechten Mengen entnehmen. Der Dill mag es übrigens nicht, wenn man auf ihm herumhackt. Er verliert seinen intensiven Geschmack und will vorsichtig mit einer Küchenschere klein geschnitten werden.

Für Kräuterbutter, Pestos oder Salatsoßen braucht es die frische Variante. In Ermanglung eines grünen Daumen (s.o.) kaufe ich sie in der kalten Jahreszeit im Lebensmittelhandel. Allerdings sind die Kräuterbünde für den einmaligen Gebrauch viel zu groß. Die schlechteste Idee ist, den nicht verbrauchten Rest im Wasserglas dahinwelken zu lassen. Viel besser ist es, sie einzulegen.

Das geht so: Kräuter abspülen und abtropfen lassen. Anschließend klein hacken und – für die bessere Haltbarkeit – mit etwas Salz vermischen. In kleine Twist-off-Gläser füllen und mit Olivenöl bedecken. In der Kühlschranktür halten sie sich für viele Wochen, vorausgesetzt, man nimmt jedes mal einen frischen Löffel und deckt den Rest im Glas wieder mit etwas Öl zu. Mit diesem Kräuterschatz lässt sich flugs eine Salatsoße oder ein schnelles Peso zaubern. Je ein Esslöffel eingelegte Kräuter, geriebener Hartkäse und gemahlene Sonnenblumenkerne vermengen und unter gekochte Nudeln, Reis oder was Sie wollen mischen. Wer mag, quetscht noch eine Knoblauchzehe dazu, die auch in Öl eingelegt in der Kühlschranktür auf ihren Einsatz wartet.

Liebhaber der cucina rapida warten mit dieser Maßnahme übrigens nicht bis zum Winter, sondern legen sich ihre Kräuterreste das ganze Jahr über ein.

 

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