Kohl für „Krauts“

Weiß-, Wirsing-, Grün- und Rosenkohl sind unsere typischen Wintergemüse. Wer saisonal essen möchte, kommt in den kalten Monaten an diesen Köstlichkeiten nicht vorbei. Für unsere opulenten Kohl-Essen werden wir im Ausland gerne als Krauts belästert. Macht nix. Nehmen wir es hin und lassen es uns weiter schmecken. Denn Kohl hat vieles zu bieten. Vitamin C zum Beispiel. Mit Fässern voller Sauerkraut haben sich die Seefahrer in früheren Jahrhunderten auf ihren monatelangen Fahrten wirkungsvoll vor Skorbut geschützt. Auch der Gehalt an anderen Nähstoffen wie Calcium, Kalium, Eisen und Vitamin A ist nicht zu verachten. Das gilt besonders für Grünkohl, den wir gerne in Verbindung mit Bauchspeck, Bregenwurst und Bier genießen.

Gesundheitsapostel warnen vor dem vielen Fett, das nicht im Kohl selbst enthalten ist, aber durch unsere bevorzugte Art der Zubereitung auf die Teller gelangt. Nun, so ein Grün- oder Rotkohl ohne Schmalz reißt einen Feinschmecker nicht gerade vom Hocker. Diejenigen, die sich vor den Kalorien fürchten, brauchen auf den Genuss trotzdem nicht verzichten. Fett wird besonders dann „aufgebaucht“, wenn gleichzeitig stärkereiche Beilagen gegessen werden. Ohne diese Zutaten funktioniert das nicht so recht. Dieser Trick gilt auch für die anschließende Verdauungsarbeit Wenn nach Kohl mit Speck, Braten und Kartoffeln eine Pause auf der Couch angesagt ist, probieren Sie doch einmal dasselbe Essen ohne Beilage. Sie werden feststellen, dass das Apres-Essen-Koma ausfällt.

Die meisten von uns kennen Weiß- und Wirsingkohl als Bestandteil von Eintöpfen oder in Brühe geschmorten Kohlrouladen. Kohl schmeckt jedoch auch anders sehr gut. Verzichten Sie einmal bei der Zubereitung auf die Zugabe von Wasser. Das geht nicht? Von wegen:

Gebratener Kohl

1 kg Weiß- oder Wirsingkohl und 1 bis 3 Zwiebeln in dünne Streifen schneiden.

1 Knoblauchzehe zerkleinern.

In einer großen Pfanne Kräuterbutter und Olivenöl erhitzen. Diese Fettmischung verhindert beim Braten das Spritzen der Butter. Die Zwiebel glasig braten und danach Kohl und Knoblauch dazugeben. Alles unter Rühren scharf anbraten. Der Kohl soll zwar nicht anbrennen, aber etwas braun werden. Notfalls noch ein wenig mehr Fett dazugeben. Danach einen Deckel auf die Pfanne legen und bei schwacher Hitze etwa 30 Minuten schmoren lassen. Ab und zu an der Pfanne rütteln, damit nichts ansetzt. Mit einer Prise Zucker, Salz, Pfeffer und – wer mag – gemahlenem Kümmel oder mit Curry abschmecken. Zum Schluss Petersilie dazu.

Wer Kohlrouladen gerne isst, sich aber die Arbeit sparen möchte, brät das Ganze mit Gehacktem.

Rosenkohl aus der Pfanne

Rosenkohl wie gewohnt vorbereiten, die größeren Röschen halbieren, die anderen oben einschlitzen und in Kräuterbutter und Olivenöl scharf anbraten. Abgedeckt bei mittlerer Hitze etwa 30 Minuten schmoren lassen. Zur besseren Kontrolle funktioniert das am besten mit einem Glasdeckel. Ab und zu die Pfanne kräftig rütteln. Mit Salz und Pfeffer würzen. Zum Schluss mit ein paar Spritzern Zitronensaft ablöschen. Das nimmt den muffigen Geschmack. Mit Petersilie und Parmesankäse vermischen. Wer mag, macht sich Stampfkartoffeln dazu. Mehr brauchts nicht für ein tolles Gemüse-Essen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*